In dieser ersten Vorlesungsreihe, die Roland Barthes nach seiner Berufung an das renommierte Collège de France hielt, geht es dem großen französischen Essayisten um eine Form eingeschränkten Zusammenlebens in Gruppen, das die Freiheit des Individuums dennoch nicht ausschließen soll. Modelle solcher Gemeinschaften, die oft durch eine räumliche Beschränkung charakterisiert sind, findet Barthes im religiösen Schrifttum, besonders aber in Werken der Literatur.
»Roland Barthes wurde am 14. März 1976 von der Versammlung der Professoren am ehrwürdigen Collège de France und auf Vorschlag von Michel Foucault auf den Lehrstuhl für Literatursemiologie gewählt. Am 12. Januar 1977 begann einer der wohl prominentesten Vertreter des Strukturalismus seine Vorlesungstätigkeit. Auch damals gab es schon das Phänomen überfüllter Hörsäle, die Ausführungen Barthes' mussten per Lautsprecher in einen zweiten Saal übertragen werden; ein Glück, denn wegen des Übertragungssystems sind uns nicht nur die mitunter kryptischen Notizen zur Vorlesung, sondern auch die Tonbandaufnahmen überliefert. Das jetzt bei Suhrkamp veröffentlichte Konvolut "Wie zusammen leben" berücksichtigt sowohl die Schrift- als auch die Tonspur.«