"Hier hat sie den Mut gefunden, schreibend zu verarbeiten, was sie als junge Frau in ihrem Heimatdorf während des Dritten Reichs gesehen hat [...] Adèle Lukásci stellt dar, wie sich Menschen verkrümmen in der Hoffnung, auf diese Weise das Glück zu finden. [...] Das ist ihr mit diesen lakonisch erzählten und aufwühlenden Geschichten gelungen." (Zeitschrift "Schweizer Familie")
Wenn Traditionen und Verhaltensnormen Gesetz sind, findet der Mensch Stütze, Geborgenheit, Heimat, aber auch Grenzen, die sich allzu eng gestalten können. Adèle Lukàcsi legt fünf sprachgewaltige, eindringliche Erzählungen vor, die von inneren und äußeren Grenzen berichten. Ein Kind wird tot geboren und in aller Nüchternheit sogleich begraben, um den Alltag nicht zu stören. Eine frisch verheiratete Frau wartet getreu und gottesfürchtig ein Leben lang auf ihren Ehemann, der in Amerika das große Glück zu finden hofft. Ihr eigenes bleibt dabei auf der Strecke. Ein rechtschaffener Deutscher, der nur sein stilles Glück will, verliert Ruhe und Gewissen, ohne die sein Leben unerträglich wird. Ein anderer Mann sehnt sich nach Liebe und Heimat, doch beides kommt ihm auf tragische Weise abhanden. Eine alte Kirchenglocke löst einen Schicksalsschlag aus. Adèle Lukàcsi erzählt von großen Gefühlen, die allzu oft unausgesprochen und unterdrückt bleiben, was menschliche Dramen heraufbeschwören und das kleine, klare Glück, das einem jeden vergönnt sein sollte, zerstören kann.