Zweihundert Jahre vor Goethe reist Michel de Montaigne nach Italien - mit neugierigem und staunendem Blick hält er 17 Monate und 8 Tage lang die Zustände und kulturellen Kuriositäten im Europa des 16. Jahrhunderts fest - ein Lesevergnügen nicht nur für Liebhaber von Reiseberichten.
In seinem erst 1770 in einer verstaubten Truhe wiederentdeckten Tagebuch hält Michel de Montaigne unvoreingenommen die zahlreichen Begegnungen, fremden Landschaften und ungewohnten Sitten fest, denen er 1580/81 auf seiner Bade- und Kulturreise mit neugierigem Blick begegnete: So lobt er das deutsche Essen, wohnt einer Teufelsaustreibung und einer öffentlichen Hinrichtung bei. In Rom erhält er eine päpstliche Audienz (mit Fußkuss) und besucht Kurtisanen, allerdings - so versichert er uns - nur, um mehr über deren erotische Künste zu erfahren, nicht aber um diese selbst zu genießen. Nach Jahren der Abgeschiedenheit im Turm seines Schlosses stellt diese Reise gleichzeitig Montaignes Rückkehr in die Welt dar. Die vortreffliche Neuübersetzung von Ulrich Bossier ist erstmals 2005 erschienen.
»Ich empfehle Ihnen Montaigne. Lesen Sie ihn von Anfang bis Ende, und wenn Sie fertig sind, beginnen Sie wieder von neuem.«