Unsere Wirtschaft gründet auf geistigen Voraussetzungen, die von ihren Agenten nicht reflektiert, sondern unhinterfragt übernommen werden. Sie halten das in Geltung stehende wirtschaftliche Paradigma für unabdingbar wahr und alternativlos. Doch dieser Eindruck ist verhängnisvoll, weil er die angesichts von Klimawandel, Kriegen, Sinnkrisen und einer schleichenden Erosion des Gemeinsinns notwendige Transformation der Ökonomie verhindert. Das heute in Geltung stehende Paradigma der Ökonomie folgt einem Denken des 18. Jahrhunderts. Es deutet Wirtschaft nach Maßgabe einer Maschine und reduziert den Menschen auf einen Nutzenoptimierer, dessen Lebenssinn in einer fortwährenden Steigerung seines Vorteils verortet wird. Dieses Mindset erweist sich zunehmend als dysfunktional, und es steht zu befürchten, dass seine Prolongierung in die digitale Wirtschaft der Zukunft die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts eher verschärfen als lösen wird. Deshalb votiert das Buch für ein neues wirtschaftliches Denken, das Impulse aus der vorneuzeitlichen Ökonomie aufnimmt und für künftige Unternehmen aufbereitet, deren Leitmetapher nicht mehr die Maschine, sondern der Garten sein wird: ein Ort des Wachstums im Einklang mit der Natur und im Dienst menschlicher Lebendigkeit - ein Ort der Wertschöpfung, die nicht durch Mangel und Bedürftigkeit motiviert ist, sondern aus der Fülle einer im antiken Sinne erotischen Leidenschaft für das Leben.
Die Wirtschaft der Gegenwart gründet auf geistigen Voraussetzungen, die von ihren Agenten meist unhinterfragt übernommen werden. Deshalb bleibt eine echte Transformation der Ökonomie aus, obwohl immer deutlicher wird, dass viele der aktuellen ökologischen und sozialen Probleme dem globalen Wirtschaften geschuldet sind. Es ist notwendig, die unreflektierten Voraussetzungen des Wirtschaftens aufzudecken und kritisch zu durchleuchten. Dabei ist die Frage leitend, was der Sinn des Wirtschaftens ist und ob die heutige Ökonomie diesem genügt. Die Suche nach der Wahrheit der Wirtschaft führt den Autor zur ökonomischen Theorie der Antike, deren Stärken er mit den Vorzügen der neuzeitlichen Ökonomie zur Utopie einer nachhaltigen und humanen Wirtschaft verbindet.