Jean-Jacques Rousseaus
Bekenntnisse
sind ein einzigartiges Selbstporträt - und ein literarischer Tabubruch. Zum ersten Mal erhebt ein Autor sein eigenes Leben, mit all seinen Widersprüchen, Verfehlungen und Leidenschaften, zum Gegenstand schonungsloser Analyse. Rousseau erzählt von seiner Kindheit in Genf, von rastlosen Wanderjahren, prekären Abhängigkeiten und gesellschaftlichem Aufstieg ebenso wie von Demütigungen, paranoiden Ängsten und moralischem Versagen. Mit radikaler Offenheit berichtet er von verbotenen Begierden, von Schuldgefühlen und Selbstrechtfertigungen, von Freundschaften, die in Feindschaft umschlagen, und von einem Denken, das ihn zunehmend isoliert. Dabei geht es ihm nicht um Beichte im religiösen Sinn, sondern um Wahrhaftigkeit: Er will 'einen Menschen in der ganzen Wahrheit der Natur' zeigen - sich selbst.
Die
Bekenntnisse
verbinden erzählerische Intensität mit philosophischer Selbstbefragung und begründen eine Tradition, die bis in die Gegenwart reicht. Ein ebenso provozierender wie faszinierender Klassiker, der das Verhältnis von Individuum, Gesellschaft und Selbstwahrnehmung neu vermisst.